Einzigartige 93. Auflage der Traditionsveranstaltung
Als einer der wenigen Schachverbände in Deutschland hat der Pfälzische Schachbund für seine jährlichen Einzelmeisterschaften das Kongressformat aus dem 19. Jahrhundert beibehalten. Während man anderswo längst zur Ausrichtung von einem oder zwei Schweizer-System-Turnieren übergegangen ist, gibt es in der Pfalz nach wie vor Haupt- und Meisterturniere mit einem Auf- und Abstiegssystem. Dies macht den Pfälzischen Schachkongress zu einem besonderen Highlight im Schachkalender der Region, da es für Amateure sonst kaum Turniere in diesem Format gibt.
Für den ausrichtenden Verein stellt die Großveranstaltung mit 100 bis 200 Teilnehmern eine gewaltige organisatorische Heraus- forderung dar. So ist es nachvollziehbar, dass sich für dieses Jahr kein Verein bereit erklärt hat. Statt den Kongress ausfallen zu lassen, ist dankenswerterweise der PSB selbst als Veranstalter eingesprungen, um die Tradition aufrechtzuerhalten. Für die nächsten zwei Jahre ist der Kongress gesichert, im Jubiläumsjahr 2028 wird der Wormser Schachverein als Ausrichter auftreten.
Als Veranstaltungsort wurde das Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern ausgewählt, wo dieses Jahr bereits ein Wochenende der Oberliga Südwest stattgefunden hat. Wie üblich wurde der Kongress an den beiden Wochenenden um Ostern herum ausgetragen, die Spieltage im Turnierschach waren dieses Jahr konkret vom 27.03. - 29.03. und 02.04. - 04.04.
Ein Kongress für Martin Heider
Im MTA wurde unter zehn Teilnehmern im Rundensystem der Titel des Pfalzmeisters ausgespielt. Dabei waren mit Martin Heider, Roland Ollenberger und David Musiolik drei Wormser. Martin gewann mit sagenhaften 8,5/9 zum dritten Mal nach 2017 und 2018 die Meisterschaft. Nur in der Partie gegen Roland gelang es ihm nicht, seine Gewinnstellung zu verwerten. David erreichte mit 5,5/9 den zweiten Platz, obwohl er mit 0/2 gestartet war. Roland spielte ein starkes erstes Wochenende mit 3,5/4 und wurde im Endeffekt mit 5/9 Fünfter.
Das MTB versprach laut Papierform ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Marco Albert (SK Kaiserslautern 1905) und dem Wormser Teilnehmer Johannes Feldmann. Während Johannes am ersten Wochenende diese Erwartung einigermaßen einlösen konnte (3/4), lag er in der Endabrechnung mit 6/9 deutlich hinter dem Turniersieger Albert, der nur zwei Remis abgab. Der klare zweite Platz genügt immerhin zur Qualifikation für das MTA 2027.
Bei den Meisteranwärterturnieren MAT I und MAT II, gewonnen jeweils von Andy Sievers (SK Kaiserslautern 1905, 7/9) und Oliver Prestel (SK Frankenthal, 7,5/9), gab es keine Wormser Beteiligung.
In den fünf Hauptturnieren (Schweizer System mit jeweils etwa 20 Teilnehmern) siegten Wolfgang Kreuscher, Ben Usinger, Fynn Didas, Alexander Pelt und Tamir Chromey. Als einziger Wormser Teilnehmer belegte Aristotelis Blatzos mit guten 4,5/7 den sechsten Platz im HT II. Das Seniorenturnier wurde ohne Wormser Beteiligung die sichere Beute von Ihor Tiutiunikov (SC Ramstein-Miesenbach, 6,5/7).
Blitz- und Schnellschachturniere
Das Blitzturnier (19 Runden Schweizer System) fand bereits am 28.03. statt. Hier nahm neben Heider, Musiolik und Ollenberger noch Pascal Gerhardt teil. Auch im Blitz konnte Martin mit 16,5/19 abräumen und belegte einen halben Punkt vor David den ersten Platz. Roland erreichte den sechsten Platz (13/19), Pascal Gerhardt erzielte mit 10/19 ein positives Ergebnis.
Dieselben vier Teilnehmer vom Wormser Schachverein fanden sich auch am 30.03. zur Schnellschach-A-Gruppe (7 Runden Schweizer System) ein. Auch hier siegte Martin (5,5/7), dieses Mal nach Feinwertung vor Oleg Yakovenko (SK Kaiserslautern 1905). Roland und David erreichten jeweils 5/7 und teilten damit den 3. - 6. Platz. Pascal Gerhardt landete im Mittelfeld, an der B- und C-Gruppe nahmen keine Wormser Spieler teil, Dieter Meyer (SK Dahn) und Dieter Schmitt (SV Weilerbach) gewannen hier.
Am Schlusstag, dem 04.04. fand noch das traditionelle Mannschaftsblitz über 15 Runden statt. Hier meldete Worms zwei Mannschaften: Worms I (Martin Heider, David Musiolik, Roland Ollenberger, Johannes Feldmann). Diese Mannschaft konnte alle Begegnungen gewinnen (30/30) und erreichte damit den Blitzmannschaftstitel. Die zweite Wormser Mannschaft (Dr. Daniel Helbig, Dennis Nasshan, Steffen Schluchter, Fabian Guckes) erreichte den neunten Platz mit 17/30 Mannschaftspunkten. Als zweiter Spieler holt Martin Heider somit beim Kongress das Quadrupel aus MTA, Blitz, Schnellschach und Mannschaftsblitz. Eine überragende Leistung.
Es bleibt noch zu erwähnen, dass David Musiolik und Johannes Feldmann zusammen mit Josua Scherer (SC Schifferstadt) den Problemlösewettbewerb am ersten Wochenende gewinnen konnten. Ein weiterer erwähnenswerter Wormser Teilnehmer war Elias Holschuh, der im Schiedsrichterteam mitwirkte.
Martin Heider(r.) beim Nibelungen-Open 2025 gegen Simon Commercon(l.)
Spielabend
Der Spielabend des Wormser Schachvereins ist Jahr freitags ab 18 Uhr im Hotel Boos. Training ist dienstags für Anfänger 16.30–18 Uhr, für Fortgeschrittene 18–19.30 Uhr. Interessierte wenden sich vor der ersten Teilnahme bitte an Patrick Boos unter Mobilnummer 0157 85068824. Weitere Infos unter www.wormser-schachverein.de.