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Erstmals seit 15 Jahren

Ausgelassene Chancen und das fehlende Quäntchen Glück: Wormser Schachverein steigt aus Oberliga ab

Nach dem letzten Doppelspieltag der Oberligasaison ist die Entscheidung über die Ligazugehörigkeit der ersten Mannschaft des Wormser Schachvereins gefallen. Mit einer 3,5:4,5 Niederlage gegen den Wiesbadener Schachverein fiel diese Entscheidung zu Ungunsten des WSV aus. Damit steigt der Verein als Tabellenzehnter erstmals nach 15 Jahren in die vierthöchste Spielklasse, die 1. Rheinland-Pfalz-Liga, ab.

Die Enttäuschung ist dementsprechend groß, hätte ein Unentschieden im letzten Duell wahrscheinlich noch zum Klassenerhalt gereicht. Wer den Verlauf dieser Saison aus Sicht der Wormser verstehen möchte, hätte sich lediglich das letzte Spiel gegen die Wiesbadener anschauen müssen. An verschiedenen Brettern wurden Siegchancen ausgelassen, ausgeglichene Stellungen noch spät und unglücklich verloren und auch die Möglichkeit, direkte Konkurrenten im Abstiegskampf hinter sich zu lassen, verpasste die Mannschaft nicht nur einmal denkbar knapp. Die Frage, woran es gelegen hat, kann so leicht wohl niemand beantworten.

Spürbar stärkere Oberliga durch Ligareform

Dass diese Saison anspruchsvoll wird und das Team das klare Ziel hatte, irgendwie die Klasse zu halten, war allen bewusst. Schließlich wurde aufgrund der Ligareformen die Oberliga zusätzlich mit den hessischen Mannschaften verstärkt, die Luft wurde automatisch dünner. Sich in einer Liga mit Vereinen zu messen, die viele ihrer Spieler bezahlen und somit auch die sehr starke Spieler (Großmeister und internationale Meister aus ganz Europa) ans Brett kriegen, ist natürlich herausfordernd. Auch wenn nur manchmal, muss man anerkennen, dass es der Mannschaft insgesamt dann doch an schachlicher Qualität gefehlt hat.

Im Klartext: Während der Wormser Schachverein in der "alten" Oberliga Südwest durchgehend zu den Spitzenmannschaften gehört hat und 2019 und 2024 die Meisterschaft gewinnen konnte, kam der "Klassenerhalt" 2025 aufgrund des Neuzuschnitts der Liga einem Aufstieg gleich. Wie bereits 2022 in der 2. Bundesliga scheiterte die Mannschaft relativ knapp am vom spielerischen Potenzial her möglichen Klassenerhalt.

Zeit, um auf positive Ereignisse zurückzublicken

Nicht alles war an dieser Saison schlecht und daher ist es jetzt für den Verein wichtig, Mut und Zuversicht für kommenden Aufgaben auszustrahlen. Martin Heider und Pascal Karsay bewiesen an den vorderen Brettern beide konstant, dass sie eigentlich in die Oberliga gehören und holten starke 6, bzw. sogar 8 Brettpunkte. Auch David Musiolik überzeugte oft und besiegte am vorletzten Spieltag einen weiteren starken internationalen Meister. Mike Martin setzte an den hinteren Brettern ebenfalls gute Akzente. Ebenfalls bemerkenswert war die Aufstellung der Mannschaft gegen Kaiserslautern, als die Wormser an den ersten sieben Brettern einen Elo-Durchschnitt von fast 2300 aufbieten konnten. Das Potenzial, sich in den kommenden Jahren in der Oberliga erneut zu etablieren, ist also auf jeden Fall vorhanden. Der Mission Wiederaufstieg 2026/2027 steht nichts im Wege.

Heider Martin Heider(r.) beim Nibelungen-Open 2025 gegen SImon Commercon(l.)

Spielabend
Der Spielabend des Wormser Schachvereins ist Jahr freitags ab 18 Uhr im Hotel Boos. Training ist dienstags für Anfänger 16.30–18 Uhr, für Fortgeschrittene 18–19.30 Uhr. Interessierte wenden sich vor der ersten Teilnahme bitte an Patrick Boos unter Mobilnummer 0157 85068824. Weitere Infos unter www.wormser-schachverein.de.